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Sozialphilosophie der Arbeit

Alexander Schramm wurde 1814 in Berlin geboren und starb 1864 in Adelaide. Er studierte an der Akademie der Künste, absolvierte seine Italienreise, emigrierte nach der Revolution von 1848 und wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum bedeutensten Künstler Südaustraliens.

Ob er Deutschland aus politischen Gründen verlassen mußte, ist nicht bekannt. Die Empathie, mit der er die Aborigines in seinem Werk darstellte, läßt die Vermutung einer gesellschaftskritischen Einstellung jedenfalls zu. Das gilt auch für das Thema "Civilisation versus Nature", das er gleich in verschiedenen Versionen und Techniken bearbeitet hat. Wie auf der hier abgebildeten Lithographie sitzt dabei jeweils ein mit Steineklopfen beschäftigter Europäer zwei ihm zuschauenden Australiern gegenüber.

Die Arbeit als Grenzmarkierung zwischen den Wilden und den Zivilisierten entstammt der sterotypen Nomenklatur des von der Aufklärung salonfähig gemachten Rassedenkens. Doch Schramm bedient nicht den üblichen Dualismus von kulturellen Errungenschaften auf der einen und Entwicklungslosigkeit auf der anderen Seite. Seine Aborigines sind selbstbewußte Betrachter eines Prozesses, über dessen Sinnhaftigkeit nicht ein für allemal entschieden ist.  

Insofern verklammert Schramms Darstellung meine zentralen Forschungsinteressen in den Bereichen der Sozialphilosophie der Arbeit, der rassistischen Vergesellschaftung und der politischen Ikonographie. Daß ich während ihrer Verfolgung etwas mehr über Alexander Schramm und sein Werk herausfinde, hoffe ich sehr.

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